Chitine Power

Wie bitte, niemand kennt Tarsus? Keiner von Euch kann mit dem hessischen Genie k. makiri alias J.R. alias cyque l`onbé etwas anfangen? Dann habt Ihr wahrscheinlich alle das bisher exklusive Konzert des Knaben verpasst, bei dem doch glatt jemand Feuer fing? Und den schon legendären Auftritt seines noch legendäreren Vorgängerprojekts ULCUS DOMINI im Vorprogramm von PAL, Winterkälte und Imminent Starvation, bei dem es  Publikumsreaktionen von Kinnkratzen über Mittelfingerzeigen bis hin zu wahren Begeisterungsstürmen nur so hagelte?
Banausen, nach dem längst gesuchten Vorgängeralbum „get insectified“ will ich erst gar nicht mehr fragen...
Zur Sache: Der Mann mit den vielen Namen ist nicht nur enthusiastischer Insektenzüchter, für den allein schon der Besitz einer Fliegenklatsche ein Scheidungsgrund und das Befestigen eines Moskitonetzes ein Wiederaufkeimen der Apartheid ist, er ist natürlich (und sonst hätte er hier ja auch nichts zu suchen) begeisterter Spielfritze, der keinerlei elektronisches Equipment ruhen lassen kann und mittels kreativem Chaos schon die wüstesten Lärmorgien fabriziert hat. Auf besagtem Vorgängeralbum tummelten sich ein Dutzend Perlen, die man wohl am treffendsten mit dem Unwort „AngstPop“ beschimpfen könnte – etwas dumpfer Klang, aber ansonsten schön schräg. Album Numero 2 ergänzt die Sache nicht nur durch klangliche Perfektion, sondern auch durch stilistische Erweiterung: Etwas rhythmischer geht’s bisweilen zur Sache, eigentlich nicht so mein Ding, aber für die Tänzer unter Euch  mehr als interessant. Titel wie „Kadaver-Schwoof“ oder „Hinz & Kunztoff“ sind eine erfreuliche Abwechslung gegenüber all den Krachmachern, die sich selbst viel zu ernst nehmen. Meine Favoriten? Na klar, „Intro“ (klingt wie Der Blutharsch auf Dope, aber ich liebe es trotzdem) und „not interfear“ (rotziger Old-School-Krach). Wird Zeit, dass der Kerl mal ein gescheites Label bekommt.
Uwe Schneider
Aus equinoxe-magazin, Ausgabe 20


If you are looking in our local underground, there's another act worthwhile mentioning. After BEINHAUS consequently denying full commercialization, TARSUS offers his music in very limited quantities. The style is a mixture of hard pounding rhythm-industrial combined with other rhythmic lines and grinding surfaces. Then there are also some calmer tracks on this disc, (for “chilling”?).I do not know what TARSUS wants in exchange for his CD's, but if you are into the described styles, it sure is a good investment... After having talked to him, he still is searching for sounds more brutal than those already found. I appreciate this investigation of him, coz I am always looking for steel-hammering-on-steel or such nice beats that you can feel, not only hear. I'm curious of his next release - and invite everyone to discover, too, another less-known act.

DECADENCE DESIGNS 2004
www.twilight-zone.it


Tarsus starten mit klassischen Fanfaren-Getöse ala Laibach. Danach geht es sehr abwechslungsreich zu, von harshem Noise mit verzerrrten Samples, ruhigeren ambientartigen Noisegewaber mit verwobenen Oszillographenklängen bis zu rein-elektronischen Klängen. Auch bei den ruhigen Phasen ist der Sound keineswegs soft, im Gegenteil Tarsus scheinen besonders harsche, ‚unangenehme Klänge‘ zu bevorzugen.
Mit “Hinz & Kunztoff” kommt der erste Knaller: mit wuchtiger Percussion hat Tarsus den genialen Charakter repetativer Rhythmus-Sounds ala Esplendor Geometrico aufgegriffen und ein Industrial-Percussion-Knaller erster Güte abgeliefert. Danach wechseln ruhige aber harsche Sounds mit hektisch frickelnden Rhythmusspielereien ab. Das mit 17 Minuten längste Stück “pachanoi” entfaltet anfangs eine ruhige, dunkle, irgendwie einlullende Atmosphäre, deren letzliche Stille jäh einem noisigen, membran­erschütternden Frequenzgewitter weicht. Gut zum Wachwerden, denn die Überraschung zum Schluß sollte man nicht verpassen: minimalistisches Knarzen und angerissene, verzerrte Sprachsamples geben mit einem glasklar schneidenen Synthi-Rhythmus den “Milzbranderreger” frei. Dark Electronic at its best und die Gewissheit, beim nächsten Mal das krankmachende Wesen an der Stimme zu erkennen.
Wer Alben mag, deren Songs verschiedene (Industial-) Stile aufgreifen und nicht nur hämmernden Krach bis zum Schluß bieten, der sollte zugreifen. Ansonsten empfehle ich die Anspieltips, um sich über die Bandbreite selbst eine Meinung zu bilden. Am besten unter ‚mettwurst AT insecticity . org‘ nachfragen, ob von der zweiten auf 17 Exemplare limitierten Auflage noch eine übrig oder schon die 3. Welle am Start ist.
Wertung: 80%

premonition25
www.meltingclose.de


 

SOLIFUGAE

Krach vom Feinsten gibt’s bei TARSUS. Einigen ist dieses Projekt von k.makiri aus dem Hessenlande vielleicht durch die beiden Vorgängeralben „Get insectified“ und „Chitine Power“ bekannt. Auf „Solifugae“ wurde der kraft- und eindrucksvolle Sound nochmals verbessert und deswegen bezeichne ich dieses Album auch als das Nonplusultra für Krachfetischisten jeglicher Art, denn neben durchaus tanzbaren Tracks werden auch einige ruhige und, sagen wir mal, außergewöhnliche Songs dargeboten. TARSUS bewegt sich bei allen Songs gekonnt zwischen sämtlichen gängigen Schubladen, obgleich mit „Nukleare Jahresendzeit“ ein so unverschämt guter Tanzflächenfüller vorliegt, der mit Sicherheit die einschlägigen Krachclubs zum Kochen bringen wird.
Leider verfügt TARSUS (noch) über kein Label und somit ist diese Scheibe in Kleinstauflage im Eigenvertrieb direkt bei k.makiri zu beziehen. Aber beeilt Euch, „Solifugae“ erfreut sich größter Beliebtheit.

Andy
www.gothicparadise.de


Pyjama Standup Industrial! So und nicht anders bezeichnet der Kopf hinter diesem Einmannprojekt, bekannt als k.makiri, was jedoch nur eines seiner vielen Pseudonymen ist, die Musik, die er auf dieses Scheibchen in auffälliger orangener mit Spinnen, Gottesanbeterinnen und ähnlichem Getier verzierter Hülle gepackt hat. Schon dieses Design läßt auf die Vorlieben des Musiker schließen: Insekten (wiederzufinden auch im Namen der Homepage, die unter www.insecticity.org zu finden ist, oder im Namen des Debutalbums „get insectified“) und v.a. auch Kräuter und Pflanzen – kurz gesagt: die Natur mit all ihren außergewöhnlichen Erscheinungen. Seit 1997 verarbeitet k.makiri seine Ideen in seine Musik der anderen Art, und auch live hat er schon einige Male aufwarten können, so bspw. 2002 mit Bands wie MS Gentur, XotoX und Beinhaus.

Nun aber etwas näher zum Inhalt des neuesten Ergusses namens „Solifugae“.
Zunächst einmal sind die sehr außergewöhnlichen Titel, die einjeden zum Schmunzeln bringen sollten, auffällig. Was mögen Liedtitel wie „die muskeln“, „leichenfund im internat“ und „gewöllekonflikt“ wohl über die dahinterstehende Musik aussagen? Augenscheinlich disharmonische Musik, da k.makiri behauptet, daß durch Disharmonie Glückseligkeit entstehe. „rape@midnight.com/cemetary“, das erste Stück auf der Scheibe, ist in meinen Augen ein absoluter Anspieltip. Den Anfang machen hier äußerst dubiose Geräusche, die einen sofort an einen alten Splatter - / Horrorschinken aus den 60ern erinnern lassen, insbesondere wegen der Orgeln, die in einer sehr einprägsamen Melodie erschallen, dem grauenhaften Kreischen, dem bitterbösen Lachen eines möglichen Zombies, eben wegen der perfekten Friedhofsfilmatmosphäre. Wirklich gelungen ist dann der Hauptteil dieses Stücks. Düsterer Angst Pop, der mit der Stimmung und der Melodie, die anfangs aufgebaut wurde, einhergeht, genial umgesetzt. Im nächsten Lied mit dem Titel „die muskeln“ geht es sofort sehr rhythmisch einher. Ich würde den Musikstil, den Tarsus fabriziert, als eine stilistische Mischung vor allem aus Rhythm Industrial, Power Electronics und Angst Pop bezeichnen, wobei kein einziges Lied vom Stil her gleich klingt und somit auch keine Langeweile aufkommt. „Sie müssen gehorchen“ ertönt es aus den Boxen. Ein Sample, das Bände über die Funktion der Muskeln spricht. Dazu kann ich nur sagen: feines Lied, feiner Rhythmus. „i believe“, das nächste Stück, ist wieder etwas langsamer und düsterer, zudem gibt es hier nicht nur Klang, sondern auch Stimmeneinsatz auf die Ohren. „leichenfund im internat“ erinnert sofort von der Melodie her an einen Kriminalfilm aus den 70ern. Ähnlich wie das Horrorfilmlied eingangs des Albums, steht hier eine düstere schräge Melodie im Vordergrund, später setzen Drum’n Bass-Sequenzen ein. Gerade wegen seiner Andersartigkeit definitiv ein Anspieltip! Nächstes Stück begrüßt mit einem wahrlich amüsanten Titel: „hackepack im tal des yak“ – wer hier wen huckepack – sofern dieser Ausdruck im entfernten Sinne gemeint war – trägt und wo das Tal des Yak liegt, bleibt wohl eine der ungeklärten Fragen der Menschheit. Hier geht es wieder langsamer zur Sache, aber wie immer sehr eingängig, rhythmisch und industriell. „sülze ist dicker als blut“ ist abermals ein Titel, der mit Sicherheit zum Nachdenken anregt. Denn wer hat schon mal einen Vergleich zwischen Sülze und Blut gezogen? Dieses Lied mag bestimmt einen Anreiz dazu geben. Es klingt sehr experimentell, insbesondere wegen der verzerrten, abgehackten Spachsamples. Zum Ende hin erinnern die schrillen Klänge an etwaige Kommunikationsversuche zwischen extraterrestialen Wesen im Universum. ;-) „fireball“, Feuerball, das siebte Stück, eröffnet mit einem amerikanischen Sprachsample. Die Grundstimmung ist düster, und man könnte an so etwas wie eine Endzeitstimmung erinnert werden, die im übernächsten Stück nochmal aufgegriffen wird. „the trigger“ – ein pathologisches Thema wird hier gekonnt vertont, doch daß auch Bakterien und Viren durchaus interessante Aspekte aufzeigen können, die k.makiri für seine disharmonische Musik verwendet, wissen wir nicht erst seit dem clubtauglichen Stück „Milzbranderreger“ vom 2002 erschienenen Album „Chitine Power“, das auch auf dem Sampler „Influx 4“ erschienen ist. Auch dieses Lied hat Clubtauglichkeit und wird durch die verzerrte Stimme umso disharmonischer, schriller, anders. „nukleare jahresendzeit“ mag wohl das Weltenende darstellen; die Welt, wie sie aussehen mag, wenn der Mensch den bereits jetzt im Übermaß existierenden A-B-C-Waffen unterlegen ist. Wenn nukleare Wolken über den Himmel ziehen, Feuerwellen alles und jeden verbrennen und radioaktiv verseuchter Regen Leben abtöten. Sehr repetitiv und düster, nicht allein wegen der Andeutung von Notsirenen, die ich zumindest rausgehört haben mag. Kurzum: sehr gut umgesetzt, sehr gutes Lied, welches gleichzeitig auch eines der längsten ist. Gehen die anderen immer im Schnitt 5 Minuten, erreicht dieses sogar fast 6 einhalb Minuten. Im letzten das Album abschließende Lied „gewöllekonflikt“ geht es nochmals sehr düster zu. Was auch immer der Titel bedeuten mag, er ist Garant für ausgefeilten rhythmischen Krach, der hier schon in den Deathindustrial geht. Übrigens wird man hier über 9 Minuten beschallt, abschließend mit einem feinen schrillen jeden Hund aufjaulen lassenden Pfeifton.

Zum Schluß kann ich nur sagen, dass sich selten so schräge Disharmonie gehört habe. Für all jene, die mal mit etwas anderem Krach ihre Gehörgänge quälen wollen, kann ich nur empfehlen, in die bisherigen kreativen Ergüsse des k.makiri reinzuhören – es lohnt sich definitiv! Insbesondere auch bei „Chitine Power“, das stilistisch noch etwas anders lag und bombastische Anleihen hatte, oder dem Debut mit dem absolut amüsanten Lied „Vorsicht Max!“. Vorsicht brauche ich nicht zu wünschen, sondern vielmehr weiterhin Erfolg und das Finden eines Labels.

© Anna D.


Ein paar Infos von Tarsus für die Leser vorab die dieses Projekt bisher noch nicht kannten (wo ich auch zu zähle, in der Zeit von Veröffentlichungsfluten kann ja kein Hörer alles kennen). Tarsus wurde 1997 gegründet und nach eigenen Angaben beschreibt sich das ein Mann Projekt als „Pyjama Stand-Up-Industrial/Muzak/Angstpop-Projekt“. Wer noch nähere Informationen zu Tarsus wünscht, schaut auf der Webpräsenz http://www.insecticity.org nach.

Tarsus ist kein leicht zu konsumierendes Musikprodukt und spricht auch nur eine gewisse Gruppe von Hörern an. Wer keine innovative Musik hört oder ertragen kann, braucht ab hier nicht mehr weiter zulesen. Wer aber auf interessante Industrialcollagen steht sollte sich mal auf der Webseite von Tarsus eine Hörprobe gönnen um sich selbst ein Bild zumachen.

Ein Tondokument möchte ich ein wenig genauer vorstellen – „I believe“. Dieser Track ist die Nr. 3 auf dem neuen Album „Solifugae“ und ist wohl die abwechslungsreichste Nummer des gesamten Werkes. Für eine Noise- & Industrialcollage ist der Rhythmus schon sehr verwunderlich, aber der Liebhaber von tanzbaren Stücken wird es Tarsus danken. Im Untergrund sehr treibende Beats und darüber eine Klangcollage die durchsetzt ist mit Wortfetzen. Wer eine Abneigung gegen quietschende Geräusche hat sollte hier sofort die Finger von lassen, wer aber innovative rhythmusbetonte Krachcollagen mag wird dieses Stück in sein Liebhaberherz schließen. Krach und Tanzbarkeit hervorragend verbunden – Genial!

Das Album ist komplett durchsetzt von innovativen Strukturen und bittet einen Querschnitt aus Noise & Industrial die in Collagen verarbeitet worden sind. Die Symbiose aus Noise & Industrial heißt Tarsus und wer keine Zeit hat sich in dieses Werk hinein zuhören, wird nie einen Zugang zu diesem Werk bekommen.

Fazit: Wer das ultimative Hörerlebnis mit Tarsus erreichen will braucht einige Zeit um alle verwendeten Strukturen auf diesem Album realisieren zu können. Nur für anspruchsvolle Genießer und Innovativhörer geeignet. Absolut nicht für Jedermann geeignet – für den Fan ein Muss, aber für den Laien absolut nicht geeignet.

Bewertung:

Innovationspunkte: 13 / 15 Punkte

Gesamtpunkte: 10 / 15 Punkte

(Raphael)
www.feindesland.de


TARSUS ist eine Pyjama-Stand-Up-Industrial/Muzak/Angstpop-Kapelle aus dem Raum Gießen. Damit ist doch alles gesagt oder? Nein! Schublade auf: Man vergleicht TARSUS mit Angstpop: Schublade halb zu. Gut, diese Definition kann ich teilweise teilen, aber die mitunter doch sehr krachigen Loops und Sequenzen erinnern doch eher an die Anfangszeiten der Industrialära. Auch das nette Quäntchen Humor, das man an Songtiteln wie „hackepack im tal des yak“ oder „sülze ist dicker als blut“ und „gewöllekonflikt“ ablesen kann, erinnern an unbeschwertere Zeiten experimenteller Elektronikmusik. Wer auf unvoreingenommene Klangexperimente und noisige Loops der eigenwilligen Art steht, sollte sich angesprochen fühlen. Bei Interesse für dieses junge Talent sei ganz uneigennützig auf das von mir in diesem Heft geführte Interview hingewiesen. Empfehlung für Freunde ursprünglicher Industriemusikkultur.

G.M.
BLACK No.38


Tarsus - „Solifugae“ oder Glückseligkeit durch Disharmonie

Was zum Teufel macht ein Pyjama-Stand-Up-Industrial/Muzak/Angstpop-Projekt ?
Diese Frage möchte ich stellvertretend für all jene ratlosen Menschen lösen, denen sie ebenfalls auf der Seele brennt, auch wenn sie hier zum ersten Mal mit dieser knifflige Frage konfrontiert wurden. Und so mache ich mich daran, die Klangwelten, die sich hinter einer solchen Genre-Bezeichnung verbergen, zu ergründen. Und was läge näher, als dies am Beispiel des bisherigen einzigen Vertreters - und auch dessen Erfinders - zu tun : Tarsus.

Nachdem ich die CD meinem Player übergeben habe und somit der erste Schritt zur Lösung eines Mysteriums getan wurde, muss ich feststellen, dass das was ich höre in der Tat zu gefallen vermag. Rhythmische Konstrukte ähnlich denen von MS Gentur oder auch denen von P.A.L (nur ein wenig heftiger) dröhnen aus den Boxen. Zwar muss ich hierbei sagen: „Im Industrial nichts Neues“. Aber dennoch: Langeweile kommt bei dieser nunmehr dritten Veröffentlichung nicht auf.
Viele Eigenproduktionen zeichnen sich leider durch eine dürftige Klangqualität aus. Bei Tarsus kann davon nicht die Rede sein. Alle Songs drücken kräftig in den tieferen Frequenzbereichen und vermögen auch, in den Mitten und Höhen zu überzeugen.
Tarsus komponieren und arrangieren nicht geradewegs ins Blaue hinein. Stattdessen haben sie sich ein Konzept zur Entstehung der einzelnen Stücke zu eigen gemacht, welches hier mal anzatzweise Erwähnung finden soll.
So darf zum Beispiel der Zeitraum der Entstehung eines Song fünf Stunden nicht überschreiten. Es sollten weitgehend komplizierte Arrangements vermieden werden, um die Möglichkeit einer Echtzeit-Variation der Parameter des jeweils verwendeten Gerätes gewährleisten zu können. Ein weiterer Punkt im „Tarsus-Konzept“ ist es, dass nach der Aufnahme des jeweiligen Songs alle Notizen zu diesem und die aufgezeichneten digitalen Daten oder Verkabelungen, die zu dem ein oder anderen Geräusch geführt haben, den Papierkorb übergeben und dem Vergessen überlassen werden.
So ist ein Song nicht mehr exakt reproduzierbar und bleibt gewollt ein Unikat. Leider geht dabei die Chance, einen seiner Favoriten mal live zu hören, grob geschätzt gegen Null. Schade! Das macht wiederum aber einen Live-Auftritt der Band wahrscheinlich zu einem einmaligen Erlebnis. Und solche absolvierte das Quartett unter anderem schon im Vorprogramm von M.S. Gentur oder Beinhaus.
Auch muss man Tarsus eine gewisse Portion Humor gegenüber dem eigenen Schaffen zugestehen. Anders sind Titel mit Namen wie „Sülze ist dicker als Blut“ oder „Hackepack im Tal des Yak“ nicht zu rechtfertigen.
Ich bin mir sicher, dass uns dieses Projekt noch den ein oder anderen „Ohren-Kriecher“ ins Ohr setzen wird. Ob nun unter der Obhut eines Labels oder weiterhin als „Eigenvertriebler“.

Anspieltipps: Titel 2(„die Muskeln“), Titel 8 („the Trigger“), Titel 9 („Nukleare Endzeit“)

Andreas
www.lichttaufe.com


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